kurioses
KURIOSES rund um den FUSSBALL 
Apropos Fußball
Wussten Sie eigentlich, dass ...
... Sommerhitze für das bisher torreichste WM-Spiel sorgte?
Bei der Weltmeisterschaft 1954 trafen Österreich und die Schweiz im Viertelfinale aufeinander. Das Spiel fand bei rund 40 Grad im Schatten in Lausanne statt und ging als „Hitzeschlacht von Lausanne“ in die Fußball-Geschichte ein. Bereits in der ersten Halbzeit erlitt der österreichische Torwart Kurt Schmied einen Sonnenstich. Da Auswechslungen zu dieser Zeit noch nicht erlaubt waren, blieb er orientierungslos im Tor stehen – die Gelegenheit für die Schweizer, binnen kürzester Zeit drei Tore zu erzielen. Dank einer grandiosen Aufholjagd gelang es dem Rest des österreichischen Teams, die Partie zu drehen. Am Ende stand es 7:5 für Österreich. Torwart Schmied konnte sich nach dem Spiel an nichts erinnern.
Bei einem Spiel im brasilianischen Paraíba trat in den 1940er-Jahren ein Mittelstürmer zum Elfmeter an. Bei seinem Schuss platzte die Naht des damals noch von Hand genähten Balles – die innen liegende Gummiblase landete im Tor, die Lederhülle blieb daneben liegen. Der ratlose Schiedsrichter entschied unter dem Druck der Zuschauer schließlich auf ein halbes Tor. Da keine weiteren Treffer fielen, lautete der Endstand 0,5:0.... bei der WM in Südafrika auch die deutsche Wirtschaft gewann?
... das indische Team freiwillig auf eine WM-Teilnahme verzichtete?
Die indische Nationalmannschaft qualifizierte sich für die WM 1950 in Brasilien. Allerdings beschloss das Team, nicht zum Turnier anzureisen – FIFA-Regularien verlangten, dass die Spieler Fußballschuhe zu tragen hatten. Die Inder aber waren es gewohnt, barfuss zu spielen. Es war die bislang einzige Chance Indiens auf eine WM-Teilnahme; in der Qualifikation zum Turnier 2010 schied die Mannschaft in der ersten Runde aus.Sprüche - locker aufgeschnappt
Der Ball ist rund,und ein Spiel dauert 90 Minuten Sepp Herberger
Wir werden mit elf Mann auflaufen Rudi Völler
Der Pokal hat seine eigenen Gesetze Otto Rehagel
Glück und Pech gleichen sich im Lauf einer Saison aus“ Andreas Brehme
Das Runde muss ins eckige Jupp Derwall
Der Rizzitelli und ich sind schon ein tolles Trio...ähh Quartett korrigiert sich Klinsi
Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl. Andi Möller (von dem war auch Hauptsache Italien)
Zwei Chancen, ein Tor - das nenne ich hundertprozentige Chancenauswertung
Den hab ich doch nur ganz leicht retuschiert. Olaf Thon nach 'nem Foul
Das nächste Spiel ist immer das nächste. Matthias Sammer
Es ist wichtig, daß man 90 Minuten mit voller Konzentration an das nächste Spiel denkt!. Lodda Nationale
Ich glaube, daß der Tabellenerste jederzeit den Spitzenreiter schlagen kann. Der Terrier
Die Achillesferse von Bobic ist die rechte Schulter. Gerd Rubenbauer
Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu. Jürgen Wegmann
"Ich verwarne Ihnen." Ich danke Sie."Dialog zwischen dem Schiedsrichter und Willi Lippens, woraufhin dieser die rote Karte sah.
Wir wollten in Bremen kein Gegentor kassieren. Das hat auch bis zum Gegentor ganz gut geklappt. Thomas Häßler
Wenn wir hier schon nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt! Rolf Rüßmann
Vergeßt Spiele wie Wembley & Co, dieses hier ist viel kurioser:
Beim Caribbean Cup (Meisterschaft der Karibik) 1994 Barbados und Grenada gegeneinander. Barbados mußte das Spiel mit zwei Toren Differenz gewinnen, um in die nächste Runde zu kommen, Grenada hätte eine Niederlage mit einem Tor Differenz gereicht.
Regelexperiment der FIFA
Ausgangslage für die Kuriosität des Spieles war ein Regelexperiment der FIFA mit dem Golden Goal. Auch in Gruppenspielen gingen Unentschieden in die Verlängerung und wurden im Sudden Death entschieden. Daraus ergibt sich natürlich die Frage nach dem Torverhältnis, da es ja für ein Team von Nachteil sein kann, daß es in der Verlängerung nicht mehr als einen Treffer erzielen kann. Um einen solchen Fall auszuschließen, wurde festgelegt, dass ein Golden Goal doppelt zählt. Das führte prompt zum vielleicht witzigsten Spiel der Fußballgeschichte …
In der Vorrundengruppe A spielten Barbados, Grenada und Puerto Rico. Puerto Rico gewann am 23. Januar mit 1:0 gegen Barbados, zwei Tage später unterlagen sie Grenada, ebenfalls mit 1:0. Hier kommen schon die Regeln ins Spiel, denn dieses Tor fiel in der Verlängerung, zählte also doppelt, womit Puerto Rico ein Torverhältnis von 1:2, Grenada eines von 2:0 aufwies.
Die Tabelle vor dem letzten Gruppenspiel sah wie folgt aus:
| # | Team | Pkt. | Tore |
|---|---|---|---|
| 1. | Grenada | 3 | 2:0 Tore |
| 2. | Puerto Rico | 3 | 1:2 Tore |
| 3. | Barbados | 0 | 0:1 Tore |
Barbados vs. Grenada
Im abschließenden Spiel der Gruppe trafen nun am 27. Januar Barbados und Grenada aufeinander. Barbados mußte nun das Spiel mit zwei Toren Differenz gewinnen, um in die nächste Runde zu kommen, Grenada hätte eine Niederlage mit einem Tor Differenz gereicht. Barbados ging rasch 2:0 in Führung, alles schien auf ein Happy End hinauszulaufen, bis sieben Minuten vor Schluss durch ein Eigentor der Anschlusstreffer zum 1:2 für Grenada fiel – Barbados war zu diesem Zeitpunkt ausgeschieden.
In den Reihen der Spieler aus Barbados machte sich nun nicht nur Verzweiflung breit, sondern vor allem große Verwirrung. Würde man in nur sieben Minuten noch das 3:1 schaffen? Oder wäre es nicht besser, per Eigentor das 2:2 zu schießen, um das Spiel in eine halbstündige Verlängerung zu bringen und auf ein Golden Goal zu hoffen, das dann ja zum Endstand von 4:2 führen würde?
In der 87. Minute besorgte Barbados mit dem zweiten Eigentor den 2:2-Ausgleichstreffer. Aber auch die Spieler aus Grenada kannten die Regel und reagierten spontan. Es blieben schließlich noch drei Minuten bis zur drohenden Verlängerung und eine Niederlage mit einem Tor reichten ihnen ja – also stürmten sie nach dem Anstoß direkt auf das eigene Tor zu. Doch bevor sie sich dem eigenen Strafraum nähern konnten, sahen sie sich den Stürmern aus Barbados gegenüber, die das Eigentor um jeden Preis verhindern wollten. Es folgten wohl die einzigen fünf Minuten in der Fußball-Geschichte, in der ein Team damit beschäftigt war, gleich zwei Tore zu verteidigen.
Sie taten das mit großem Erfolg, denn Barbados rettete das Spiel nicht bloß in die Verlängerung, sondern schoss vier Minuten später auch das entscheidende Golden Goal (nun ins richtige Tor) und gewann 3:2, da doppelt gewertet also 4:2. Grenadas Trainer, James Clarkson fand nur schwer Worte für dieses Spiel:
Wer sich diese Regelung ausgedacht hat, ist ein Kandidat fürs Irrenhaus. Unsere Spieler wussten gar nicht, in welche Richtung sie angreifen sollten. Im Fußball sollte man doch eigentlich Tore gegen und nicht für einen Gegner schießen.
